Country Blues

Country Blues – Die Wurzeln des Blues

Der Country Blues gilt als die ursprünglichste Form des Blues. Er entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den ländlichen Regionen der amerikanischen Südstaaten. Dort verbanden afroamerikanische Musiker afrikanische Rhythmen, Worksongs, Gospel, Spirituals und europäische Volksmusik zu einer völlig neuen Musikform.

Merkmale

Im Gegensatz zum späteren elektrischen Chicago Blues wurde der Country Blues meist solo vorgetragen. Typisch sind:

  • Akustische Gitarre als Hauptinstrument
  • Ausdrucksstarker Gesang
  • Häufig Mundharmonika als Begleitung
  • Persönliche Texte über Liebe, Armut, Hoffnung, Verlust und das tägliche Leben
  • Freie Rhythmen und improvisiertes Spiel

Die drei grossen Stilrichtungen

Der Country Blues entwickelte sich regional unterschiedlich:

  • Delta Blues – rau, kraftvoll und emotional aus Mississippi
  • Texas Blues – melodischer mit virtuosem Gitarrenspiel
  • Piedmont Blues – rhythmischer Fingerpicking-Stil von der amerikanischen Ostküste

Bedeutende Künstler

Zu den wichtigsten Vertretern gehören:

  • Charley Patton
  • Blind Lemon Jefferson
  • Robert Johnson
  • Son House
  • Blind Willie Johnson
  • Blind Willie McTell
  • Lead Belly
  • Bukka White
  • Sonny Terry

Bedeutung für die Musikgeschichte

Der Country Blues bildet das Fundament nahezu aller späteren Bluesrichtungen. Aus ihm entwickelten sich in den Städten der Urban Blues und später der Chicago Blues, aus denen wiederum Rhythm & Blues, Rock ’n’ Roll und schliesslich Rockmusik entstanden. Ohne Country Blues gäbe es viele bekannte Musikrichtungen in ihrer heutigen Form nicht.